Bist du noch ganz normal?

1. Mai 2016, Staatsfeiertag. Ein Sonntag, okay, gut, ein fast normaler Sonntag.

Um 1 Uhr in der Früh landete ich am Wiener Flughafen, mein Abenteuer Kinderanimateurin war somit beendet. Als ich am Morgen noch ein bisschen verschlafen am Frühstückstisch saß, überraschte mich meine Mutter mit 2 Karten für das berühmte Musical „Next to normal“. Wooow! Wie cool! Das wollte ich doch unbedingt sehen. Seit ich zur Weihnachtszeit bei einem Konzert von Pia Douwes und Uwe Kröger war, worin Pia unter anderem ein Lied aus „Next to normal“ sang, war es um mich geschehen. Leider spielte meine Mutter nicht ganz mit, ihr gefiel das Lied nämlich nicht. Bloß belangloses Gerede wie ich jetzt erfuhr. Alles Teil des Plans. Und ihre Überraschung ging auf! Ich freute mich sehr.

Tatsächlich habe ich mich mit dem Stück im Detail aber nicht beschäftigt. Ich wusste lediglich, dass sich das Musical um eine manisch-depressive Mutter handelt und darin gezeigt wird wie sich diese Krankheit auf die ganze Familie auswirkt. Pia Douwes spielte die Mutter Diana Goodman. Ich war sehr gespannt, konnte mir die Inszenierung aber nicht wirklich vorstellen. Natürlich hörte ich, dass es ein großer Erfolg in der Musicalmetropole Wien sein solle. Trotzdem ging ich mit wenig Erwartung am Abend ins MuseumsQuartier.

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Die Kulisse, ein Stahlgerüst, welche das Haus, die Schule, die Disco, die Arztpraxis,.. darstellen sollte, war durchgehend die selbe, bloß die Leinwand im Hintergrund wechselte. Ich wurde von „Next to normal“ nicht enttäuscht und meine Erwartungen wurden auf jeden Fall übertroffen. Pia Douwes spielte mit Leib und Seele! Sie zeigte sich von ihrer besten Seite und war meiner Meinung nach das Zugpferd. Meine Meinung wurde am Ende auch  vom Publikum bestätigt, Standing Ovation und tobender Applaus für Pia. Ein paar Mal dachte ich sogar, dass sie und ihre Kollegin Sabrina Weckerlin alias Tochter Natalie Goodman wirklich weinten. Großes Schauspiel. Viele Emotionen. Respekt!

Die Geschichte fesselte mich. Sehr berührend, lebensnah, menschlich, aber auch humorvolle Momente durften nicht fehlen. Dieses Musical handelt von einer manisch depressiven Mutter, die gelegentlich auch Wahnvorstellungen hat und mit einem früheren, sehr prägendem Ereignis nicht abschließen kann. Es zeigt wie die Krankheit die ganze Familie belastet. Eine harte, schwere Zeit kommt auf die amerikanische Familie Goodman zu. Das Ende habe ich so nicht erwartet, verrate ich aber jetzt auch nicht 😉

Neben einer packenden Geschichte gibt es auch noch etwas wunderbares für die Ohren. Tolle Musik – modern, rockig, poppig! Und bloß 6 Darsteller. Ich hatte das Gefühl, dass Pia Douwes ununterbrochen auf der Bühne stand. Oben auf dem Stahlgerüst nahm die Geschichte ihren Lauf, unten räumte Pia höchstpersönlich noch ein paar Requisiten auf.

Dieses Musical regt zum Denken an. Zu Beginn musste ich mich einmal in der ganzen Situation finden. Sehr schnell war ich in der richtigen Stimmung und verfolgte voller Spannung das Stück. Richtig sehenswert. Unbedingt gucken!

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