Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Das Leben einer Animateurin

IMG_6877

Halb acht Uhr morgens, der Wecker klingelt. Meine Zimmerkollegin ist schon wach und fertig für ihren ersten Kurs. Schnell unter die warme Dusche gesprungen und ab in die Arbeitsuniform. Nun geht es auch für mich los – sobald ich meine heiligen vier Wände verlasse, heißt es: Schön brav lächeln, gute Laune verbreiten und Hola sagen, da ich mich zur Zeit in Spanien befinde. Ob mir das schwerfällt? Nein! Ich bin ein sehr positiver Mensch und lache sehr gerne! Wenn es mir nicht gut geht, überspiele ich meine schlechte Laune einfach. Ich wäre als Schauspielerin gut geeignet, meinte schon der ein oder andere Gast zu mir 😉

Bevor für mich der lange Arbeitstag beginnt, gönne ich mir aber noch ein leckeres Frühstück in unserem Hauptrestaurant – natürlich mit Gästen als Tischnachbarn! Für tiefgründige Gespräche habe ich am Morgen noch keinen Kopf, da muss erst mal Kaffee her. Gestärkt verabschiede ich mich und breche Richtung Kinderclub auf.

IMG_4152

Um halb 10 Uhr öffnen wir täglich unsere Kinderbeteuung. Tag ein, tag aus das selbe: Freispiel, Malen, bisschen Tanzen, Früchte essen, Basteln und zum Abschluss Spielplatz. Punkt 12 Uhr schließen wir und haben „offiziell“ Mittagspause. Aber bitte nicht das „Inoffizielle“ vergessen, nämlich genau das, was die Gäste nicht sehen! Meeting Nummer 1 findet im Kinderclub statt. Danach geht es direkt in den Backstage-Bereich, wo auch schon Meeting Nummer 2 ansteht. Jetzt ist es ca. 13 Uhr. Ach ja, abends ist ja auch noch eine Show! Das heißt widerrum – PROBEN und Kostüme herrichten. Geschafft. Zeit zum Mittagessen. Endlich entspannen? Fehlanzeige. Denn natürlich müssen wir auch zu Mittag mit Gästen speisen. Dies dauert doppelt so lange als üblich, da sie mich mit Fragen ausquetschen und ich höflicherweise nicht mit vollem Mund spreche.

Es ist nun 13:40 Uhr und ich komme zum ersten Mal an diesem Tag in mein Zimmer. Aber nur für knappe 40 Minuten. Denn um 14:20 Uhr versammeln wir uns, das „Kinder Club“ Team, wieder im Haus für Meeting Nummer 3. Pünklich um 14:30 Uhr öffnen wir. Jeder Tag steht bei uns unter einem anderen Thema wie etwa Piratentag, Abenteuertag oder Experimentetag. Diese Tage wiederholen sich alle zwei Wochen wie eigentlich alles in diesem Hotel – angefangen beim Essen bis hin zu den Abendshows.

Nachmittags steht meistens Facepainting und Eisessen oder Pooltime auf dem Programm. Die Kinder haben Spaß und die Eltern sind happy. Das ist doch das Wichtigste!

17:30 Uhr – Wir schließen. Ich wurde tatsächlich schon einmal gefragt, warum wir nicht durchgehend bis 21 Uhr geöffnet haben?!!! Traurig genug, dass manche Eltern ihre Kinder fast täglich von Früh bis Spät bei uns abschieben. Aber das ist wieder ein anderes Thema…

So, nun gibt es zwei Möglichkeiten für mich. Entweder ich habe „Kinder – Abendprogramm“ oder „Erwachsenen – Abendprogramm“, um es einmal so zu nennen.

Das Kinderprogramm besteht aus einem gemeinsamen Essen, anschließend Film gucken und dann noch eine halbe Stunde tanzen – sprich Kinderdisco. Feierabend ist für mich um 21 Uhr, außer ich habe danach noch eine Show.

Bin ich hingegen abends für die Erwachsenen zuständig, bedeutet das in meiner eigentlichen „Pause“, Meeting Nummer 4 zu haben. Da wird meistens alles für die Nacht besprochen und es werden die letzten Anweisungen für die Show gegeben.

IMG_4170

Danach kann ich Abendessen gehen, wieder mit Gästen versteht sich. Also komm ich um ca. 19:15 Uhr in mein Zimmer und kann mich bis 21 Uhr fertig machen – duschen, föhnen, schminken, stylen. Wir treffen uns wieder backstage und gehen gemeinsam ins Restaurant, um die Leute für das Abendprogramm zu animieren: „Heute Abend Lationo-Show im Theater und anschließend DJs-Night in der Bar. Ich freue mich auf Ihr Kommen!“ Zum Beispiel.

Schnell wieder backstage hetzen und Kostüme anziehen, rauf auf die Bühne, bisschen Po wackeln, lachen und ab geht es auch schon in die Bar, zur anschließenden DJs-Night. Jetzt heißt es für mich auch schon einmal mit 70-Jährigen Opas das Tanzbein schwingen oder Gespräche mit englischen Gästen führen. Entgültiger Feierabend ist dann um 0:30 Uhr. Geschafft! Ab ins Bett und Wecker stellen nicht vergessen.


Also da soll noch einmal einer sagen, Animateur sein ist leicht! Animation bedeutet nicht nur Spaß haben und Party machen. Da steckt viel mehr dahinter! Entertainer zu sein, bedeutet mit Leib und Seele für diesen Beruf zu brennen, fremde Leute einfach so anzuquatschen, sich gerne zum Affen zu machen, ständig gut gelaunt zu sein, ein Lächeln auf den Lippen zu tragen, Fremdsprachen zu beherrschen und hart zu arbeiten, Tag und Nacht!

Advertisements

3 Gedanken zu „Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s